Riester Rente 2017 – Wie sinnvoll ist die private Altersvorsorge noch?

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Riester Rente 2017 - Ist private Altersvorsorge sinnvoll

Dass die gesetzliche Rente nicht für alle reichen wird, das ist auch der Politik mittlerweile klar geworden. Daher werden die Damen und Herren Politiker nicht müde, die Bürger aufzufordern, sich nicht auf die gesetzliche Rente zu verlassen, sondern privat vorzusorgen. Als ein beliebtes Produkt gilt dabei die sogenannte Riester-Rente, eine zusätzliche Vorsorgemöglichkeit, die heute allerdings als gescheitert gilt und einen denkbar schlechten Ruf hat.

Aber ist das wirklich so? Ist die Riester-Rente tatsächlich so schlecht wie der Ruf, der ihr vorauseilt?

Das Riester-Modell und sein Imageproblem

Sparen mit dem Riester-Modell wurde als eine Art Allheilmittel gegen die Rentenprobleme gehypt, aber die vermeintliche Wunderwaffe hatte von Anfang an ein großes Problem mit ihrem Image. Viel zu bürokratisch und keine nennenswerte Rendite, das waren nur zwei kritische Punkte der Riester-Rente. 2002 eingeführt, hat die private Rente heute – 15 Jahre später – kaum noch Fans. Es ist daher kein Wunder, dass viele die Riester-Rente endgültig für gescheitert erklären.

Horst Seehofer (bayerischer Ministerpräsident) war davon überzeugt, dass „riestern“ nicht funktioniert. 2016 erklärte er die private Rente dann kurzerhand für gescheitert. Ganz so einfach ist es leider nicht, denn tatsächlich ist nicht die Riester-Rente, sondern die Politik gescheitert. Sie rief eine viel zu komplizierte Altersvorsorge ins Leben, um damit Geld zu sparen. Gleichzeitig sorgte die Politik dafür, dass die Finanzvertriebe üppige Provisionen kassierten. Erstaunlich daran ist, dass die Politiker sichtlich überrascht sind, dass die Bürger keine Lust mehr auf Riester-Produkte haben.

Mittlerweile hat der Vorsitzende der CSU wieder Gefallen an privaten Altersvorsoge gefunden und sprach sich dafür aus, dass der Staat die private Vorsorge wieder deutlich besser fördern müsse, als es heute der Fall sei.

Wer kann Riester-Verträge abschließen?

Aus der Sicht der Verbraucher gibt es tatsächlich gute Riester-Verträge, allerdings muss man sehr genau hinschauen. Riestern kann eigentlich jeder, der in die gesetzliche Rente einzahlt. Das sind die Angestellten, aber in Ausnahmefällen auch Selbstständige und Ehepartner von Angestellten. Ein Teil des Gehalts wird für den Riester-Vertrag aufgewendet und der Staat beteiligt sich dann mit Zulagen oder steuerlichen Vergünstigungen.

Welche Riester-Sparform ist besonders beliebt?

Angeboten wird die Riester-Rente in vielen verschiedenen Sparformen, wie zum Beispiel als klassische Rentenversicherung, als fondsgestützte Versicherung, als Bau- oder Wohn-Riester und als Riester-Banksparplan.

In Deutschland existieren rund 16,5 Millionen Riester-Verträge. Die überwiegende Zahl in Form einer klassischen privaten Rentenversicherung. Nur 800.000 Verträge sind Riester-Banksparpläne, denn sie kosten relativ wenig, sind flexibel und auch ältere Menschen können noch problemlos einsteigen. Leider gehören die Banksparpläne aber nicht zu den Lieblingen der Versicherungen und Banken, sie verkaufen viel lieber die fondsgestützten Verträge und die Rentenversicherungen, da es hier die besonders üppigen Provisionen gibt. Den Vertrieb der Riester-Bausparpläne haben die Mehrzahl der Sparkassen und auch viele Genossenschaftsbanken aber schon seit Anfang des Jahres eingestellt.

Wer kann vom Riestern profitieren?

Riestern kann sich lohnen, vor allem wegen der staatlichen Zulagen. So beträgt die Grundzulage für jedes Jahr 154,-. Für Kinder, die bis 2007 geboren wurden, gibt es zudem 185,- Euro und für alle Kinder, die ab 2008 geboren wurden, noch einmal 300,- Euro. Attraktiv ist das vor allem für alle, die wenig verdienen, wer mehr Geld zur Verfügung hat, der kann auch noch von den steuerlichen Vorzügen profitieren.

Pech haben allerdings diejenigen, die als Rentner die Grundsicherung in Anspruch nehmen müssen, weil die gesetzliche Rente nicht ausreicht. Wer eine Riester-Rente hat, der muss mit weniger sozialen Leistungen rechnen und hat damit weniger oder gar kein Geld mehr in der Tasche.

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